Brautmode wie Samt und Seide PDF

brautmode aus samt und seideFür Brautmode werden nur allerfeinste Stoffe verwendet.

Wie sieht Ihr Traum von einem Hochzeitskleid aus? Soll´s kühle Seide, sinnliches Satin oder lieber zarte Spitze sein?


Als im Jahr 2640 vor Christus eine junge chinesische Kaiserin unter einem Maulbeerbaum eine Tasse Tee trank, fiel ein Kokon aus dem Baum direkt in die Tasse. Die Kaiserin staunte nicht schlecht, als sie den Inhalt ihres Trinkgefäßes betrachtete: Der Kokon löste sich auf und was übrig blieb, war ein einziger langer Faden - die Geburtsstunde der Seide!

Brautmode in Seide
Er ist sicher der beliebteste Stoff für Hochzeitskleider -Seide. Kein Wunder der unnachahmliche Glanz und das Spiel von Licht und Schatten machen den Stoff zu einem einzigartigen Erlebnis. Schon Kleopatra und der römische Kaiser Nero konnten von kühler Seide nicht genug bekommen - sie ließen sich Rohseide aus dem fernen Osten importieren. Bei Seide unterscheidet man zwei Hauptgruppen: Mit ihren Fadenverdickungen ist Wildseide die etwas rustikalere Variante. Die Taftseide auch Thaiseidegenannt, hat dagegen eine feine, glatte Oberfläche. Außerdem ist sie wesentlich teurer als ihr grober Verwandter! Die Taftseide gibt es in ein- und doppelfädiger Ausführung.
Letztere ist wesentlich fester und griffiger und weist interessante Querrippen auf.

Brautmode in Satin
Es ist einer besonderen Web-Technik zu verdanken, dass beim Satin die eine Seite glänzt und die andere matt schimmert. Das Leuchten und die zusätzliche Festigkeit machen Satin bei Brautkleidern zu einem heißbegehrten Gewebe. Außerdem besteht bei dem Brautkleid aus Satin garantiert keine Knittergefahr - das Gewicht des Stoffes zieht das Brautkleid immer wieder glatt. Nicht ganz so kostbar wie Seidebsatin, aber dennoch sehr beliebt ist die "Duchesse"(Herzogin), eine Mischung aus Seide und Viskose. Aufgrund ihrer Leichtigkeit und des angnehmen Tragekomforts eignet sich die Duchesse besonders für Hochzeiten in der wärmeren Jahreszeit.

Brautmode in Spitze
Kein anderes Gewebe kann sich einer so alten Tradition rühmen wie die Spitze - dasSpitzemachen ist sogar noch älter als das legendäre Weben. Spitzenmacher hatten es vor ein paar Jahrhunderten noch schwer: Die Spitzen wurden damals nämlich aus Seiden- oder Leinenfäden hergestellt - und die waren mit dem bloßen Auge gar nicht zu erkennen! Die Fäden waren so dünn, dass sie von den Spitzenmacher ertastet werden mussten. Die künstlerisch wertvollsten der handgearbeiteten Spitzen sind die sogenannten Nadel- oder Brüsseler Spitzen. Sie werden mit einer Technik aus dem 15.Jahrhundert angefertigt, die man "puncto in aria"(Stiche der Luft) nennt.

Brautmode in Samt
Ursprünlich wurde Samt aus Seide gewebt, heute ist der kuschelige Stoff ein Mix aus Baumwolle und Viskose. Das Gewebe besitzt eine Haardecke von senkrecht empor stehenden fäden - im Gegensatz zum hochflorigen Plüsch misst die samtige Flordecke lediglich 2 - 3 mm.
Wegen seiner warmen und anschmiegsamen Textur ist Samt idealfürs Brautkleid einer Winterbraut. Samt läßt sich übrigens wunderbar kombinieren - einige Heiratswillige wählen zum Beispiel ein Brautkleid, bei dem das Oberteil aus Samt und der Rock aus Seidensatin besteht.
Braut sitzend im weissen Brautkleid
Brautmode in Chiffon
Auch hier wartet die Textilindustrie mit zwei Sorten auf:

Der Seidenchiffon ist ein unheimlicher feiner und dünner Stoff - im Gegensatz zur Spitze und zum Samt ist er ein wahrer Neuling unter den Texturen für das festliche Brautkleid. Seidenchiffon wird aufgrund seiner Transparenz meidt in mehreren Schichten fürs Brautkleid verarbeitet - wenn ein zarter Windhauch mit dem Stoff spielt, sieht das traumhaft schön aus!
Polyesterchiffon ist hier die preiswertere Variante, das Material ist etwas dicker als beim Seidenchiffon. Wärmen tut das Gewebe allerdings nicht - es ist also lediglich für eine sommerliche Hochzeit geeignet!

Brautmode in Taft
Hören sie wie es raschelt und knistert?
Taft wurde ursprünlich aus Seidenfasern hergestellt und gilt als einer der ältesten Stoffarten überhaupt. Taft ist halbsteif, besitzt eine feine Oberfläche und eine matte Optik - der Name des Gewebes wurde übrigens schon in einem uralteb Märchen erwähnt: In "Tausend und eienr Nacht" ist von dem persischen Wort "taftan" die Rede, es bedeutet so viel wie drehen oder zwirbeln. Taft eignet sich hervorragend für bestickte Brautkleider, da es ein äußerst festes Material ist.

Brautmode in Tüll
Sie glauben, Tüll ist lediglich für den Brautschleier geeignet?
Weit gefehlt - in mehreren lagen wird der Stoff immer öfter für den Rock des Brautkleides verwendet. In Kombination mit einem enganliegenden Oberteil aus Satin oder Seide sehen Sie dann umwerfend aus - wie eine richtige Ballerina! Tüll stammt übrigens aus der französischen Stadt "Tulle" - in seiner reinen Form ist bei dem Stoff sorgfältige Pflege angesagt, er ist sehr zart und zerbrechlich. Um dem Desaster eines beschädigten Brautkleides auszuweichen, verwenden Designer meist nur noch synthetischen Tüll.

Brautmode in Shantung
Achtung - Verwechslungsgefahr mit Seide in Sicht!
Der Shatntung aus Kunstfaser wird durch eine raffinierte Fadenverdickung erst besonders reizvoll. Das Material wird bei Brautkleidern immer begehrter - Grund ist das günstige Preis/Leistungsverhältnis des Stoffes. Weiterer Vorteil: Das Gewebe knittert viel weniger als zum Beispiel Seide. Bei sehr dünnem, billigen Shantung ist allerdings Vorsicht geboten - die Qualität kann mit hochwertigem Shantung nicht mithalten.

Brautmode in Damast
Wird in Seide ein Muster gewebt, sprach man früher von Damast.
Als Marco Polo im 13.Jahrhundert eine Reise in den Orient unternahm, war er von dem Stoff so begeistert, dass er ihn mit nach Europa brachte. Seinen Namen erhielt das bestickte Gewebe übrigens von seinem Hauptumschlagsplatz Damaskus. Anfang des 19.Jahrhunderts war die Bezeichnung "Damast" für bestickte Seide schon wieder "out" - mit der Entwicklung des industriellen Webstuhls gilt "Jaquard" als Name für Stoffe, die ein gewebtes Muster haben.

 

Weiteres zum Thema finden Sie hier: Lust auf Abwechslung in der Brautmode? hier: Was ist Ihr Lieblingsstil in der Brautmode ? hier: Die Brautmode in der Geschichte oder auch hier: Brautmode wie Samt und Seide. Schauen Sie am besten einfach selbst.

Da die meisten Seidenraupen sich von den Blättern des Maulbeerbaumes ernähren, wird von Maulbeerseide gesprochen. Es gibt aber auch Seidenraupen, wie z. B. die des Japanischen Eichenseidenspinners (Antheraea yamamai), die sich von Eichenblättern ernähren. Um Qualitätsseide zu erhalten, müssen Seidenraupen unter besonderen Bedingungen aufgezogen werden. Lesen Sie hier weiter zum Thema Seide
Und wer präsentiert die Brautmode? Das übernehmen natürlich auch Models. Hier einige interessante Hintergrundinformationen zum Thema aus Wikipedia:

Bis in die 1980er Jahre wurde zwischen Mannequins, die vorrangig auf dem Laufsteg arbeiteten, und Fotomodellen unterschieden. Hauptgrund war, dass die Größe, die erforderlich war, um auf dem Laufsteg die nötige Präsenz zu erhalten, beim Fotografieren oft hinderlich war oder dass die Fotomodelle oft zu klein waren.

Das Wort „Mannequin“ stammt vom Niederländischen manneken „Männchen“ ab und stand ursprünglich für „Gliederpuppe“, also ein anatomisches Modell für Maler oder Schneider. Im Französischen kann es auch „willenloser Mensch“ („Waschlappen“) bedeuten. Auch im Englischen steht mannequin (auch manikin) für „Schaufensterpuppe“. In slawischen Ländern wie Serbien, Kroatien, Bosnien, Slowakei wird das Wort Maneken (Plural: Manekeni) ähnlich wie in Deutschland Mannequin mit der Bedeutung Model gebraucht.

Georg Büchmann leitet den Begriff „Mannequin“ auf eine Erfindung des florentinischen Malers Fra Bartolommeo zurück, der alle Gegenstände nach der Natur zeichnete und sich deshalb eine Holzfigur (italienisch: manichino; französisch: mannequin) in Lebensgröße mit biegsamen Gliedern und Kleidern anfertigen ließ. Erst der britische Seidenhändler und Modeschöpfer Charles Frederick Worth verwendete 1858 statt Wachspuppen Personen, um seine neuesten Kreationen vorzuführen.