Brautkleid? Hüten Sie sich! PDF
brautkleid mit brautschleier

An Ihrem Hochzeitstag können Sie Köpfchen zeigen. Wie? Mit einer besonders eleganten Kopfbedeckung, deren Tradition schon Jahrhunderte alt ist - einem Hut!



Zarter Schleier, blumiger Kranz oder fürstliche Tiara - der Kopfschmuck für den schönsten Tag im Leben ist enorm vielfältig, und jeder Braut fällt die Entscheidung entsprechend schwer.

Ein Accessoires für`s bräutliche Haupt feiert zur Zeit ein glanzvolles Comeback:
Ein edler Hut bringt Sie erst richtig unter die Haube!

Sicher verhüten

Behüten, verhüten, einhüten - all diese Begriffe birgen einen gewissen Sicherheits-Begriff in sich. Kein Wunder, das Wort "Hut" - im Mittelhochdeutschen "huote" - bedeutet ursprünglich so viel wie Schutz oder Obhut. Auch der Bezug zwischen Hut und Hütte wird deutlich - eine Hütte bietet Unterschlipf, wenn z.B. das Wetter übel mitspielt. In den fünfziger Jahren war der Hut in Deutschland noch gang und gäbe - erst durch die hochtoupierten Frisuren der sechziger Jahre nahm diese Modeerscheinung ihren Hut.
Heute gilt:
Wer einen Hut trägt, fällt auf - ideal also für Ihren Hochzeitstag! Hüte setzte man sich bereits in der Antike auf den Kopf - hier war die Kopfbedeckung allerdings nur freien Bürgern vorbehalten. Bei den alten Römern war ein Hut als Zeichen der Befreiung bekannt - er wurde Sklaven überreicht, wenn sie aus der Gefangenschaft entlassen wurden.

Hut contra Nase

Im christlichen Abendland setzte sich der Hut-Trend erst mit der burgundischen Mode im 14.Jahrhundert durch. Die Burgfräulein "behüteten" sich damals mit den so genannten "Hennins", spitzen Zuckerhütchen, die mit langen Schleiern umwunden waren. Ein Jahrhundert später trugen Frauen riesige Hörnerhauben, die aufgrund ihrer Größe mit einem eisernen rahmen gestützt werden mussten. Schon wenig später wagten sich einige Mutige ohne Kopfbedeckung auf die Straße. Der Klerus erhob dagegen Einspruch und legte jeder schönen Frau ohne Hut eine Buße auf. Anfang des 19.Jahrhunderts hatte die Hutmode erneut ein extremes Ausmaß angenommen: Die Hüte waren so groß, dass zwei Frauen in einer Kutsche nicht nebeneinander sitzen konnten! Eine Kopfbedeckung wurde außerdem getragen, um optische "Schönheitskorrekturen" vorzunehmen. Es hieß: Frauen mit Stupsnasen sollten zum aufgekrempelten Glockenhut greifen, ein flacher "Deckel" eigne sich für größere Riecher.

Unter die Haube

Um das Jahr 1840war aus den Wagenrad-Hüten der selbstbewussten Damen eine sittsame schute geworden, unter der die Trägerin ihr Gesicht verbergen konnte. Die Damen der Heilsarmee tragen die Schute noch heute auf dem Kopf - ein biederer Hut, der ganz im Gegensatz zu den extravaganten Kreationen oder Hauben hatte es übrigens etwas ganz anderes auf sich: Sie waren bis ins 16.Jahrhundert fester bestandteil der bürgerlichen Kleidung. An einer Haube konnte man den gesellschaftlichen Stand, die Religionszugehörigkeit und den Familienstand einer Frau erkennen. Heute hat die Braut in Sachen Behütung die Qual der Wahl: Pillbox-Hüte mit kleinem Netzschleier im Stil der Jacky Kennedy, Wagenräder, die mit Blüten, Federn oder Perlen bestickt werden oder auch Zylinder im Reiterstil mit viel Tüll lächeln sie aus den Regalen der Geschäften an.

Als Faustregel für die Kopfbedeckung gilt:

Je aufwändiger Ihr Hochzeitskleid, desto schlichter sollter Ihr Hut sein. Dagegen kann zu einem einfach geschnittenem Hochzeitskleid ein flotter Kopfputz das gesamte Outfit wesentlich auflockern!